DE-Öko-006

Urkunde 250

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Schon seit einigen Jahren stehen auf unserer 2 Hektar großen Obstanlage
 15 Bienenvölker des Oettinger Imkers K.Laber,
die nach den ökologischen Richtlinien gehalten werden.

Der Sinn ökologischer Bienenhaltung

Vorneweg eine Klarstellung: wenn auch oft von „Bio-Honig“ gesprochen wird , so ist doch dieser Begriff eigentlich nicht zulässig, denn der Bienenflug läßt sich nun mal nicht kontrollieren. Kein Bio-Imker, der nicht im Umkreis von mindestens 5 km (je nach Bienenrasse auch mehr) frei von konventionell-landwirtschaftlichen Flächen ist, kann mit Sicherheit sagen, daß sein Honig wirklich ein reines Bioprodukt ist. Es wäre deswegen besser, von „Honig aus ökologischer Bienenhaltung“ zu sprechen. Aber das ist ein Wortungetüm — „Bio-Honig“ ist einfach kürzer und griffiger.

Es geht nicht nur um das Produkt

Obwohl es natürlich im Mittelpunkt des Interesses (vor allem des Kunden) steht, geht es im ökologischen Landbau und somit auch in der ökologischen Bienenhaltung nicht nur um die Reinheit des Produktes, sondern um eine Gesamtbetrachtung des Umganges mit Tieren, Pflanzen und Ressourcen. Dieser Aspekt wird gern — vor allem bei platten Betrachtungen á la „Ist Bio wirklich besser?“ — unter den Teppich gekehrt.

Ökologisch zu produzieren heißt, ganz allgemein, unter anderem:

    mit Tieren und Pflanzen und der ganzen Natur respektvoll und entsprechend ihrem Wesen umzugehen,

    Ressourcen zu schonen, nicht verschwenderisch zu sein,

    Energie zu sparen, emissionsarme Energien zu nutzen,

    zu versuchen, die Natur nicht zu schädigen oder gar zu zerstören,

    möglichst wenig künstliche Stoffe oder Energien in die natürlichen Kreisläufe einzubringen.

    die natürliche Vielfalt an Arten und Lebensformen zu erhalten,

    einfach mal etwas weiter zu denken, als bis zur nächsten Ernte.

     

    Für unseren Bio-Honig bedeutet das konkret:

    Garantiert kein Einsatz und damit keine Rückstände von chemischen Bienen-Medikamenten (wie etwa Perizin),

    Garantiert keine Pollen aus gentechnisch veränderten Pflanzen,

    Keine Rückstände aus Pestiziden oder Insektiziden (unterhalb der Nachweisgrenze),

    Große Vielfalt der Inhaltsstoffe (keine reinen Sortenhonige).

    Der zuerst genannte Punkt sollte nicht unterschätzt werden. Was Laien nicht wissen: Fast alle Imker kaufen im Fachhandel „Mittelwände“ und geben im Austausch dafür Altwachs ab. Mittelwände sind Wachsplatten mit eingeprägtem Wabenmuster. Sie werden dem Bienenvolk als (künstliche) Bauvorlage und -erleichterung gegeben. Das Problem dabei ist, daß man die Herkunft des für die Mittelwände verwendeten Wachses nicht kennt. Häufig ist es mit Rückständen von Bienen-Medikamenten belastet, da die meisten konventionellen Imker solche Mittel einsetzen (Wachs hat die Eigenschaft, solche Rückstände regelrecht anzusammeln). Bio-Imker verwenden als Medikamente ausschließlich organische Säuren, die auch natürlicherweise im Honig vorkommen, und haben i.d.R. einen eigenen Wachskreislauf oder kaufen Mittelwände ausschließlich bei anderen Bio-Imkern.

    Und noch ein Aspekt ist zu beachten: Bio-Imker werden öfter und strenger kontrolliert, als konventionelle Imker. Selbst bei Imkern, die den sog. Honig-Sachkunde-Nachweis des Deutschen Imkerbundes (DIB) erworben haben und daher im Einheitsglas des DIB (das Glas mit Etikett als Ganzes ist eine geschützte Marke) verkaufen dürfen, sind Kontrollen eher selten und zufällig. Der Sachkundenachweis ist übrigens leicht zu erlangen: der Besuch eines zweitägigen Seminars reicht aus, eine Prüfung wird nicht abgenommen.

     

    Hier sind die wichtigsten Unterschiede zur konventionellen Bienenhaltung:

     

    An den Standort angepaßte Bienenrasse (Apis mellifera)

    Standortwahl nach ökologischen Gesichtspunkten (keine Gentechnik, möglichst geringe Belastung durch Chemikalien auf Agrarflächen in der Nähe, möglichst viele natürliche Trachtquellen)

    Überwinterung der Bienen auf eigenem Honig oder ökologisch erzeugtem Futter

    Behandlung der Varroose nur mit organischen Säuren (Ameisensäure, Oxalsäure)

    Kein Verstümmeln der Königin (Beschneiden der Flügel)

    Bienenbeuten aus natürlichem Material (Holz)

    Mittelwände nur aus ökologischer Produktion oder eigenem Wachskreislauf

     -Keine künstliche Besamung der Königinnen
     

    Wenn Ihnen also die fehlenden Pestizid-Rückstände als Argument für Bio-Honig nicht reichen sollten: mit dem Kauf von Bio-Honig unterstützen Sie auch den Kampf gegen Gentechnik und für eine nachhaltige, vernünftige und zukunftsorientierte Landwirtschaft.